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Ausleihe - Ausstellungen

Folgende Ausstellungen können gegen einen Unkostenbeitrag ausgeliehen werden:

"Viel Frohn - wenig Lohn"

Der württembergische Lehrerverein: Wegbereiter einer Professionalisierung des Volksschullehrerberufes.

Die Ausstellung zeigt in exemplarischen Darstellungen und Texten die Emanzipation der niederen Lehrerschaft vom bettelarmen Dorfschulmeisterlein zum wissenschaftlich ausgebildeten Pädagogen der heutigen Zeit. Es werden nahezu 160 Jahre Lehrerbewegung in Württemberg dargestellt.

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit der Johannes-Löchner-Stiftung und der Forschungsstelle Schulgeschichte der Pädagogischen Hochschule Weingarten. Die Ausstellungsmaterialien umfassen 61 Plakate der Größe DIN A sowie ein Begleitheft zur Erläuterung der Ausstellung.

Damit vermittelt die Ausstellung elementare Einblicke in die Art und Weise der häufig ungenügenden Lehrerausbildung im 19. Jahrhundert, das mangelnde gesellschaftliche Ansehen, die geistliche Schulaufsicht, aber auch in die Gründung des Württembergischen (Volksschul-) Lehrervereins.
Erwähnung findet ebenfalls das - bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts – niedere und teilweise in Naturalien bezahlte Salär. Die fehlende soziale Absicherung der Schulmeister und ihrer Familienangehörigen trug nicht dazu bei, die ökonomische Stellung zu verbessern. Nur mithilfe eines „ganzen Arsenals verpflichtender und ehrenamtlicher, kirchlich-sakraler und weltlich-kommunaler Dienste“ konnten der Volksschullehrer und seine Familie im 19. Jahrhundert existieren.


"Alle Jugend dem Führer“ - Jugend im Nationalsozialismus

Die Ausstellung zeigt mit Hilfe von Schulwandbildern, Schulbüchern, Schülerzeichnungen, Kinder- und Jugendbüchern sowie einmaligen Dokumenten, Fotos und Originalobjekten die Geschichte der Hitlerjugend von den Anfängen bis zum Kriegsende.

Das Naziregime hatte von Anfang an die Absicht, die Jugend für sich zu gewinnen und für seine Zwecke zu vereinnahmen. Es schuf daher eine staatliche Jugendorganisation – die „Hitlerjugend“. Schon bald zwang ein Gesetz alle Mädchen und Jungen dazu, Mitglied zu werden. Millionen Jugendlicher mussten daher in der HJ Dienste leisten, sich für „Führer und Volk“ einsetzen und ihr junges Leben riskieren. Vor allem in den letzten Kriegsmonaten fanden Tausende den Tod.


Schule gestalten – verändern – erleben 

50 Jahre Schulreform in Baden-Württemberg

Die Forschungsstelle Schulgeschichte an der Pädagogischen Hochschule Weingarten entwickelte eine Ausstellung, die fünf Jahrzehnte Schulpolitik, Schulpädagogik und Schulleben dokumentiert.

In der Rückschau zeigt sich, wie tief greifend sich die Schullandschaft in der Zeit von 1952-2002 verändert hat. Es stellte sich die Aufgabe, aus der Fülle schulrelevanter Entscheidungen, Ereignisse und Reformvorhaben auszuwählen und auf der Basis einleuchtender Kriterien zu gewichten.

Das Ausstellungskonzept wurde durch eine Projektgruppe der Forschungsstelle Schulgeschichte und unter Mitarbeit von Studentinnen und Studenten entwickelt und realisiert. Auch das Schulmuseum Friedrichshafen war am Ausstellungsprojekt beteiligt und gewährleistete die Auswahl aus einer Fülle interessanter Exponate.

Publikation zur Ausstellung:
Institut für Schulgeschichte der Pädagogischen Hochschule Weingarten (Hrsg.): Schule gestalten – verändern – erleben. 50 Jahre Schulreform in Baden-Württemberg. Eppe, Bergatreute 2003.
Das Buch kann bei der Forschungsstelle Schulgeschichte zu einem Preis von 10,00 € zzgl. Portokosten bestellt werden.


"Auf Kosten des zart Frauenhaften"

Rückblick auf 200 Jahre Mädchenbildung und Lehrerinnenberuf in Baden-Württemberg

Der Lehrerinnenberuf ist wie kein anderer Beruf geeignet, um aufzuzeigen, wie sich mit ihm auch eine veränderte bürgerliche Frauenrolle entwickelte: die Rolle des gebildeten, qualifizierten in einem gesellschaftlich geachteten Beruf tätigen „Fräulein“, das sich auch ohne Ehemann ernähren kann.

Für einen immer größer werdenden Kreis bürgerlicher Frauen wurde der Lehrerinnenberuf – aus persönlichen Motiven oder auch ökonomischen Zwängen heraus – Alternative zur bis dahin fast einzig möglichen Frauenrolle der Hausfrau-Gattin-Mutter.
Den Lehrerinnen wurde die berufliche Emanzipation ausgesprochen schwer gemacht. Sie wurde von ihren männlichen Kollegen nicht nur als Konkurrenz aufgefasst, sondern bedrohten die bürgerlichen Vorstellungen vom hierarchischen Geschlechtsverhältnis. Als „wesensgemäß“ galt, dass die Lehrerin nur Mädchen und untere, manchmal auch mittlere gemischte Klassen unterrichten durfte. Ein weibliches Wesen konnte in der Schule des 19. Jahrhunderts auch nur als „Lehrergehilfin“ bzw. „Unterlehrerin“ ohne Anspruch auf eine feste „Planstelle“ beschäftigt werden. Soziale Sicherheit, z.B. Anspruch auf ein Ruhegehalt, gab es für sie nicht. Auch lagen ihre Bezüge weit unter denen der männlichen Kollegen. Diese wie auch andere Regelungen der Folgezeit führten dazu, dass die Lehrerin bis weit ins 20. Jahrhundert nicht gleichberechtigt mit dem Lehrer war.

Publikation zur Ausstellung:
Gisela Danz: „Auf Kosten des zart Frauenhaften“. Ein Rückblick auf 200 Jahre Mädchenbildung und Lehrerinnenberuf in Baden-Württemberg. Eppe, Bergatreute 1992.